Ekel, Krankheiten und sexuelle Selektion

Paul Elam hat heute ein Video über die Frage, warum Männer nicht zum Arzt gehen, weder physisch noch psychisch. (s.u.)

Als einen Erklärungsansatz, welcher sich bei Psychologen, die die Frage auch zu beantworten versuchen, noch nicht herumgesprochen hat, nennt er „pathogen disgust“. Weiterlesen

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Ein Lehrstück in Compulsory Feminism: Reaktionen auf Frantzens Ratschläge zum Umgang mit feministischem Nebel

Genderama verlinkt am 23.1 (Punkt 8). auf diesen Artikel unter dem Titel „Blog von prominentem Mittelalter-Wissenschaftler über ‚Feministischen Nebel‘ sorgt für Aufregung.“

Es folgt die Darstellung der Aussagen, die im Artikel angerissen werden:
Es geht um einen Blogbeitrag, in dem (der schwule, inzwischen pensionierte) Allen Frantzen:

  • Feminismus attackiert
  • auf „anti-male“ Propaganda anspielt
  • Männer als Opfer inszeniert
  • Ratschläge gibt, wie diese den „Nebel lichten“ können
  • MRA Vokabular (Red Pill) entlehnt
  • Feminismus als ‚ranzige Mischung aus Opfertum und Privilegierung‘ darstellt, die Männer zur Akzeptanz einschüchtert

Die Reaktionen empfinden den Blogpost als frauenfeindlich, ein Fenster in eine Vergangenheit, in der die Mediävistik (gefühlt) für Frauen verschlossen war und als Erinnerung daran, dass Diskriminierung immer noch anhält.

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Engel dürfen nicht furzen

Soziologen haben herausgefunden, dass es für Frauen, im Gegensatz zu Männern, nicht erlaubt ist zu furzen.

Aus dem Abstract:

Theoretical contributions show how the concept of embodiment can highlight everyday “social problems prevention work” by paying attention to the role of the different senses, the emotional components involved in bodily mishaps, gender discrimination and the privileging of male status, and the elaboration of stigma theory.

„gender discrimination“ – Es gibt also wirklich Unterschiede zwischen den Geschlechtern in der Bewertung durch andere und der empfundenen Scham der Akteure!?!

Wir kennen diese Unterschiede.

Frau Mann
moralisch verdorben
kostbar abkömmlich
zivilisiert ungehobelt
rein schändlich
Engel Teufel

Das ist das Bild, das die Geschlechter seit mindestens zweihundert Jahren prägt.

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Der „Kult“ der Wahren Frau im Amerika des 19.Jh

Auf der Suche nach anderen Beiträgen zur männerverteufelnden Moderne bin ich auf eine feministische Perspektive gestoßen:
Barbara Welter „The Cult of True Womanhood“ (1966)

Welter sammelt Eindrücke und Zitate aus Frauenzeitungen zwischen 1800 und dem Bürgerkrieg, die sehr gut die Kehrseite der gestern besprochenen Männerverteufelung darstellen:
Es ist ohne Zweifel nicht leicht, die Verkörperung des Bösen zu sein.
Es ist ebenfalls ohne Zweifel nicht leicht, keine andere Options zu haben, als als Engel zu leben.

Das übliche tl;dr in Form von Zitaten:

Einleitung

The nineteenth-century American man was a busy builder of bridges and railroads, at work long hours in a materialistic society.

The religious values of his forbears were neglected in practice if not in intent, and he occasionally felt some guilt that he had turned this new land, this temple of the chosen people, into one vast countinghouse. But he could salve his conscience by reflecting that he had left behind a hostage, not only to fortune, but to all the values which he held so dear and treated so lightly. Woman, in the cult of True Womanhood presented by the women’s magazines, gift annuals, and religious literature of the nineteenth century, was the hostage in the home.
In a society where values changed frequently, where fortunes rose and fell with frightening rapidity, where social and economic mobility provided instability as well as hope, one thing at least remained the same – a true woman was a true woman, wherever she was found. If anyone, male or female, dared to tamper with the complex of virtues that made up True Womanhood, he was damned immediately as the enemy of God, of civilization, and of the Republic. It was the fearful obligation, a solemn responsibility, which the nineteenth-century American woman had.

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Mann und Frau in der Moderne

Man-taus Zusammenfassung von Kucklicks Doktorarbeit ist für mich einer der wichtigsten Texte von 2015.

Vermutlich werde ich mich noch das eine oder andere Mal darauf beziehen.

Ein paar anreißende Brocken, die den eigentlichen Artikel nicht ersetzen können.

Für Kucklick sind solche negativen Darstellungen von Männern nicht neu, und sie sind schon gar kein Resultat des Feminismus (…). Der Feminismus habe den Männerhass nicht erfunden, sondern lediglich genutzt.

(…)

Radikal negative Darstellungen von Männern, die Kucklick als beständige Begleiter der Moderne – also: der letzten zwei bis drei Jahrhunderte – herausstellt, seien darüber aus der Wahrnehmung verschwunden.

(…)

Kucklick untersucht Texte von Schriftstellern der Aufklärungszeit, von bekannten wie Fichte, Kant oder Schleiermacher, aber auch von vielen heute unbekannten Autoren. Seine Grundthese: Die gängige Vorstellung ist zumindest ergänzungsbedürftig, Männer seien durchweg als überlegene Vernunftmenschen und Frauen als unterlegene Defizitwesen dargestellt worden. Zugleich hätten die Texte noch eine ganz andere Tendenz: nämlich Männer als Mängelwesen zu präsentieren, als Monstren, als instinktgeleitete, halb-tierische Wesen – und Frauen als humanes, rettendes Gegengewicht zur männlichen Destruktivität.
Zugleich geht Kucklick davon aus, dass die Positionen dieser Texte aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert durch die Jahrhunderte wieder und wieder aufgefrischt worden seien – die Feindseligkeit gegenüber Männern sei bis heute ein Kennzeichen der Moderne.

(…)
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Sexuelle Gewalt in Beziehungen

Der Jüngling lobte neulich die gelebte Horizonterweiterung durch das Lesen von Blogs, auf die man sich sonst allein und im Dunklen nicht trauen würde.

Wo er recht hat, hat er recht, also habe ich jetzt angefangen, z.B. kleinerdrei zu lesen.

Ein erstes sehr interessantes Fundstück dort ist dieser Artikel, der sehr nachfühlbar beschreibt, wie eine Frau sexuelle Gewalt in einer längeren Beziehung erlebt.

Ein paar Ausschnitte:

Eigentlich mochte ich sie anfangs nicht besonders, doch ihre etwas naive, strahlende Art lenkte mich von dem Beziehungschaos ab, das ich gerade hinter mir gelassen hatte. Ein paar Monate später wurden wir ein Paar und hatten unseren ersten Sex. Für uns beide war es das „erste Mal“. Ich hatte nicht gerade viel Erfahrung in dem Bereich, trotzdem fühlte ich mich wohl und es war in Ordnung, nicht mind-blowing oder überraschend gut, aber mehr hatte ich auch gar nicht erwartet.

(…)

Schon sehr früh fand ich mich damit ab, dass ich Orgasmen scheinbar nur durch Masturbation erreichen konnte, dass unsere Körperlichkeit nicht dem entsprach, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Ich nahm das gerne in Kauf, denn im Gegenzug fand ich eine Sicherheit, ein Zuhause und eine beste Freundin – alles das, was ich mir immer gewünscht, doch vorher nie gefunden hatte.
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